Oh wie schlecht
September 7, 2006
sind doch die Tage, an denen Fehlerfindungsprozesse sich als schwierig gestalten, an denen Werkzeuge wie Debugger nicht möglich sind, aufgrund der fehlenden seriellen Schnittstellen. Dann verfällt man irgendwann in ein Lamento vielleicht folgender Art:
Oh wie schlecht dass niemand weiß, wie der Fehlerteufel heisst.
In diesem Falle ist das Königskind, das das Stilzchen von Dir haben will, die Funktion deines Systems, dein Baby. Um den Fehler zu finden, suchst Du nach den Ursachen, den “Namen”.
“Als am andern Tag das Männchen kam, fing sie an mit Caspar, Melchior, Balzer, und sagte alle Namen, die sie wußte, nach der Reihe her, aber bei jedem sprach das Männlein: »So heiß ich nicht.«”
So heißt der Fehler nicht, nein, nein, nein. Dann fängst Du an, nach den ungewöhnlichen Fehlern zu suchen.
“Den zweiten Tag ließ sie herumfragen bei allen Leuten, und sagte dem Männlein die ungewöhnlichsten und seltsamsten vor, Rippenbiest, Hammelswade, Schnürbein, aber es blieb dabei: »So heiß ich nicht.«”
Immer noch nichts. Dann glaubst Du, du findest Ihn nicht, den Fehlerteufel, bis er alsdann seinen Namen doch verrät. Tief verborgen im Wald tanzt er um sein Feuerlein und freut sich, dass er Dir einen Fehler unterjubeln konnte.
Wenn man also an einen hohen Burg um die Waldecke kommt, wo sich Fuchs und Has gute Nacht sagen, sieht man sodann den lächerlichen Fehlerteufel, wie er krummen Rückens mit Krückstock auf einem Bein um das lodernde Feuer hüpft.
Heute hack ich, morgen ändere ich die Anforderungen,
und übermorgen dokumentier ich nicht mehr,
ach wie gut, dass niemand weiß,
dass ich diabolus errati heiß.
Und da ward er entdeckt, und alles ward gut und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.